04 November 2006

Stationen im Leben eines Hovawartes: II. - Die Jugendbeurteilung

Samstag Morgen, 6:20 Uhr. Chris mimt heute den Wecker, da er gerade von der Nachtschicht kommt. Topanga und ich gähnen laut und schauen verschlafen aus der Wäsche, haben wir doch vor lauter Aufregung seit 4 Uhr kein Auge mehr zu getan. Schnell noch unsere Sachen packen: Leinen, Wasser, Napf, Leckerchen, Spieli, Unterlagen und Mittagessen für den Hund, 4 Paar Schuhe, diverse Jacken, Proviant, Nervennahrung, Cola und Fotoapparat für uns und dann heißt es "Hopp, ins Auto!" und los geht die Reise gen Bobenheim-Roxheim. Um 20 nach 8 parken wir ordnungsgemäß ein und peilen die Lage. Die Parcourshelfer tragen schon fleißig ihre Utensilien herum, einige "Starter" laufen sich warm und der ein oder andere Hovawartbesitzer tippelt nervös vom linken auf den rechten Fuß und wieder zurück.

Erstmal anmelden: Alle Unterlagen komplett *phu* und auf der Teilnehmerliste stehen wir heute an zweiter Stelle. Fein - also erstmal zuschauen und eingewöhnen, dann geht’s los. Chris nd Topanga schlängeln sich durch die sensationslüsterne Menge interessierten Zuschauer und beginnen mit dem Messen. Die 1. Schreckensdisziplin für heute. Wir erinnern uns mit Bangen an dieses Ereignis der Nachzuchtbeurteilung und drücken die Daumen, dass Topanga sich dieses mal tapferer präsentiert.
Messen: 63 cm!
Sie steht wie ein Fels in der Brandung. Widerristhöhe 63 cm. Dann noch Körperlänge, Brustumfang, Brustbreite, Brusttiefe und Umfang des Röhrenknochens – und schon kann das neue Mäntelchen in Auftrag gegeben werden ... Nein, natürlich Unsinn – die Maße sind soweit in Ordnung und harmonisch. Na also, geht doch!

Begrüßung durch den Richter
Richter Michael Kunze begrüßt Chris und Topanga und Chris erläutert kurz, warum wir das alles trotz Knickrute mitmachen. Der Richter ist einverstanden und so geht’s weiter mit der Exterieurbeurteilung, dem Zähne zeigen und dem Abtasten der Rute.

Auf der Suche nach dem M3... Zahnkontrolle

Der anwesende polnische Richter wollte auch gerne mal eine Knickrute einen Keilwirbel ertasten und so musste das Pangelchen noch mal still halten.

Dann geht’s endlich auf den Platz und Herr Kunze begutachtet das Gangwerk – die Stärke von Topanga, wie er meint...

Gangwerk

Dann die 2. Schreckensdisziplin: Beutespiel mit Fremdperson.
Kurzes Warmmachen mit Chris und ein kleiner Einstieg in das Flaschbad. Problemlos!

Beutespiel

Dann betritt Frank Berges den Schauplatz – Topanga schaut verdutzt, weiß nicht so recht, ob sie ihn gut findet, schaut zu Chris, der gerade mit der Beißwurst wedelt, und geht beherzt auf sein Spiel ein.

Hin und Her Werfen der Beißwurst
Zerrspiel

Die Beißwurst geht zwischen dem Helfer und Chris hin und her, Topanga jagt ihr nach, bekommt sie auch hin und wieder zu fassen. Dann die Flucht: Chris hält Topanga fest, Frank Berges rennt mit der Beute davon, das Zeichen, Chris läßt los, Topanga spurtet hinter dem Flüchtigen her und packt sich die Beute. HURRA!
Beurteilung: Beutetrieb mit Fremdperson – vorhanden. Wer sagt's denn?!


Flucht

Flucht

beherztes Zupacken

Keine Schonfrist, direkt weiter auf den Parcours. Beutetrieb ohne Fremdperson – keine Reaktion. Das war heute beim Großteil der Hunde so.
Gruppe
Die Menschengruppe: Auch diese Disziplin damals vor einem Jahr nicht ganz einfach für unsere Wackelkandidatin. Diesmal ein kurzes Umkreisen (ca. ¼ Kreis) und dann ab durch die Mitte Beine, hin zum Hundeführer. Fein!

Akustische Einflüsse, hier die auf ein Blech heruntersausende Kette und auch der Schuß, sind keine Hürde für „Superdog“-Topanga. Sie ist interessiert und schaut sich die Sache genauer an.

Die sich auffällig verhaltende Fremdperson – auch liebevoll Pilzesammler genannt – wird von Topanga lautstark gemeldet, aber dann freundlich angenommen.
Pilzesammler

Der Schlitten wird freundlich beschnuppert, die Puppe (ein Overall, der plötzlich hochgezogen wird) ist da doch schon eher spooky, wird dann aber auch noch aufs Korn genommen.
Schlitten

Puppe

Nach der Belastung folgt noch eine Spielphase, die Topanga gerne und in vollen Zügen ausnutzt.

Im Gesamten also eine wesentliche Verbesserung zur Nachzuchtbeurteilung vor einem Jahr, und Topanga hätte ohne Knick in der Rute sogar bestanden. Heissa!!!

Ein anstrengender Tag geht zu Ende. Wir freuen uns mit Jutta und Otto für Cara’s bestandene Jugendbeurteilung und sind sehr stolz auf „unser Mädchen“ !