27 Juli 2005

Alltagsausschnitt

Hatte gestern einen echt stressigen Tag mit Topanga.
Chris war nicht da, und ich bin mit ihr zur Hundeschule und das war schonmal sehr anstrengend, weil wir da jetzt auch andere Sachen machen, wie in der Welpenspielstunde, und ich bisweilen echt mein Hirn bemühen muss, um das alles umzusetzen, was uns gezeigt/gesagt wird. Immer auch vorausschauend die Reaktionen des Hundes erwartend... War ganz schön platt - zumal die Luft auch sehr drückend war und man kaum durchatmen konnte.
Zudem hat das Clairchen (die Landseer-Junghündin) wieder auf der Topanga gehangen und Topanga hat sich nur noch kriechend fortbewegt, um ja nicht Clairchens Unmut zu erregen. Ich sagte dann auch mal zu Sandra (Clairchens Frauchen), dass es auffallend wäre, dass immer wenn sich irgendjemand mit einem der anderen Welpen näher beschäftigt, sich das Clairchen dazwischen drängen würde. Sandra fühlte sich gleich angepisst und entgegnete schnippisch, dass Clairchen nur auf die lockende Stimmer der Leute reagieren würde, mit der sie mit den anderen Welpen sprechen. Dumm nur, dass ich zu dem kleinen Schäferhund, den ich gerade kraulte garnix gesagt hatte, und sich Clairchen trotzdem zwischen den Hund und mich gedrängelt hat. Sandra hat mir dann auch noch "vorgeworfen" Topanga sei selbst schuld, wenn Clairchen sie immer so fertig machen würde. Sie würde sich ja nie wehren und auch nicht weglaufen. (Womit sie recht hat. Kann mir einfach nicht erklären, warum sie dem Trampel nicht entweder aus dem Weg geht, oder ihr eine langt. Sie ist ja sonst nicht so zimperlich...)
Nundenn, auf jeden Fall war ich schon bedient, als ich vom Hundeplatz stapfte, Hund schnell ins Auto gesetzt und noch kurz ein Schwätzchen gehalten mit dem Schäferhundbesitzer. Dann ins Auto und - oh Schreck (!!!) - Topanga hat die ganze Tüte Lakritzschnecken, die in die Fahrertür gestopft war (quasi meine Wegzehrung) weggefressen und schaute mich dämlich schmatzend an. -> Wut!
Zu Hause dann gleich mal den TA angerufen, ob Lakritze in Mengen denn schädlich sei. Nein, meinte der - wäre nur höchstwahrscheinlich, dass sie alles wieder herauskotzen würde. Fein, dachte ich. Lakritze gibt ein entzückendes Muster auf dem Teppich. Das Hundeabendbrot habe ich aus ökonomischen Gründen gestrichen, dachte, wenns eh gleich wieder rauskommt ist es rausgeschmissenes Geld.
Nun neigt Topanga nicht so sehr zur Fress-Brechmethode, weswegen sie sich im Laufe des Abends NICHT übergeben hat. Nundenn - Abendbrot gab's trotzdem nicht. Dann kam Maja (kleine Labrador Hündin, 2 Wochen jünger als unsere). Fein, dachte ich - soll sie doch mit der spielen, bin ich entlastet (und kann das Haus putzen wegen des Besuchs *soifz*) Topanga sah das anders, hat sich erstmal in Maja verbissen bis diese quietschend auf dem Rücken lag, hat sie dann noch drölfzig mal angemacht (mit gestelltem Nackenhaar) weil Maja doch sehr, sehr stürmisch ist - und Topanga jetzt gerne die Diva raushängen lassen wollte... Als Maja dann auch noch für diverse Kunststückchen belohnt wurde (die sie nicht drauf hat) wars ganz aus, und es herrschte Zickenalarm...
Hund wieder in den Garten, Frauchen wieder in die Küche...
Um halb 10 habe ich den Putzlappen in die Ecke gefeuert (herrje, da liegt er ja immer noch) und bin mit Hundchen im Wohngebiet gassi gegangen. Wollte ne große Runde drehen, auf halben Wege fiel mir ein, dass ich das Haus in alle Richtungen sperrangelweit offen gelassen habe (Balkontür, Gartentor, Kellertür) und habe mich doch für die abgespeckte Pipistrecke entschieden. Hat dann auch wunderbar geklappt... und auf dem Rückweg sind wir bei Nachbarn hängen geblieben, die auch nen Hund haben - Bobby. Nachbars (er, sie und 2 Jungs im Alter von 8 und 12) waren entzückt von Topanga, Topanga war entsetzt über so viel Aufmerksamkeit von Nachbars und hat sich von ihrer schlechtesten Seite gezeigt. Knurren, Bellen, rückwärts gehen... das volle Programm... Nachbars entpuppten sich dann als geduldig, hockten sich hin, streckten Hände aus und die Köpfe gen Himmel, so dass der Hund ungestört Kontakt aufnehmen kann. Nix ! Topanga entschied sich für's Schneckenhaus. Fanny (Nachbars Katze) löste dann die Situation indem sie sich so interessant machte für Topanga, dass diese nicht mehr anders konnte, als schwanzwedelnd auf die Katze zuzuwatscheln. Die Katze, ganz souverän (da ja auch ein Hund im eigenen Haushalt) blieb hocken und fauchte und kratzte erst, als Topanga auch wirklich in Reichweite war. Topanga war verdutzt, aber nicht entmutigt (Sonderschüler) und machte noch den ein oder anderen Annäherungsversuch, ohne jede Aussicht auf Tuchfühlung. Egal, ich war begeistert. Der Hund lernt (so hoffe ich) dass Katzen nicht zum Jagen da sind, und man vielleicht sogar besser weg bleibt davon. Dann standen wir alle noch ein wenig herum und plauderten und siehe da, der Knoten in Topangas verklemmten Herz platzte, und sie lief von einem zum anderen, schnupperte an Händen und Füssen, leckte und bettelte und nahm (!) Kontakt (!) auf !!! Ich war ebenso entzückt wie entnervt und stapfte nach Hause. Chris war inzwischen schon da. Habe mich dann noch zusammenfalten lassen wegen dem Lakritzmalheur ("wie kann man sowas nur rumliegen lassen?!") und dem Hund beim Grasen zugeschaut - in der Gewissheit, dass sie sich nun doch noch gerne übergeben möchte, und nur noch ein paar Füllstoffe einführt...
Topanga hat sich dennoch nicht übergeben, und ich habe mich für die Nachtruhe entschieden. Soll sie doch kotzen und würgen ... kann ich jetzt auch nicht ändern.
Die Nacht war unerwartet ruhig ganz im Gegenteil zum Morgen. Zähneputzend und nichtsahnend lungere ich im Bad herum, als es unten scheppert (war gerade mal 2 Minuten weg). Topanga hat die Tischdecke vom Esstisch gerissen, und da ist dann auch brav der Frühstücksteller mit abgesegelt. (Nicht kaputt - guter Hund!). Kurz vorher hat sie wohl noch die Klorolle im Gäste-WC aufgerollt und im Wohnzimmer dekoriert. (Ist ja auch wie verhext. Das scheißdünne, billige Klopapier reißt bei jeder unpassenden Gelegenheit, aber nicht, wenn Hund damit die Wohnung verkleidet). Kamera war natürlich auch keine zur Hand, um die geschmackvolle Umgestaltung für Nachahmungszwecke zu fixieren.
That's life...